Morbus Parkinson – „Schüttellähmung“

Chronisch degenarativen Veränderung bestimmter Hirnzentren.
Beginn meist nach dem 65. Lebensjahr. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen: 80-90% idiopathisch, seltene Auslöser können sein Hirntraumen, Hypoxie, Hirntumore, Hirninfektionen, Durchblutungsstörungen ( v.a. Stammganglieninfarkte und Encephalopathie). Bei jungen Drogenabhänigen war ein Zusammenhang mit Verunreinigungen durch MPTP (Methyl-phenyl-tetrahydropyridin) nachweisbar außerdem
können bestimmte Lösungsmittel als Auslöser infrage kommen desweiteren Kohlenmonoxyd- oder Manganintoxikationen.

Frühsymptome: häufiges Stürzen, Verlangsamung der Bewegungen, Schmerzen im Schultergürtel, Rückenschmerzen

Später erkennbar an drei klassischen Symptomen.

  • Tremor: Fingerruhetremor oft mit charekteristischen Bewegungen als wolle der Patient unabläßig Pillen drehen oder Geld zählen. Oft wird ein Haltetremor des Kopfes sichtbar. Zunahme des Temor bei emotioneler/affektiver Erregung. Bei ca. 70% der Erkrankten tritt Tremor auf, ist aber nicht obligat.
  • Rigor: erhöhter, wachsartig-zäher Muskulaturwiderstand der oft als Zahnradphänomen erscheint. Anfangs imponierten oft Muskelverspannungen v.a. des Nackens und des Schultergürtels. Die Bewegungen werden langsamer (Bradykinese), die Feinmotorik ist eingeschränkt.
  • Akinese: Starthemmungen bei Willkürbewegungen, Mitbewegungen (z.B. Mitschwingen der Arme beim Laufen) werden spärlicher, Gestik und Mimik erstarren. Durch den gebeugten Oberkörper verlagert sich der Schwerpunkt und der Kranke läuft mit kleinen, trippelnden Schritten seinem Schwerpunkt hinterher, d.h. zunehmende Fallneigung und-angst. Erschwerte Richtungswechsel durch „en block“ Bewegungen des Kopfes, des Rumpfes und der Schultern mit Bewegungsblockaden, die gewollte Bewegungen unterbrechen. Das Schriftbild zeigt eine Verkleinerung der Schrift zum Zeilenende hin (Mikrographie). 80% der Patienten entwickeln eine Sprechstörung mit Veränderung der Artikulation (Microphonie) und eine monotone Sprechweise, z.T entwickeln sich Schluckstörungen.

Psychische Symptome: Angst und Traurigkeit können zu Depressionen bis hin zu Suicidneigung führen. Hirnleistungsstörungen treten zunächst als Denkverlangsamung (Bradyphrenie) auf, Interessenlosigkeit und Apathie können hinzukommen. Später sind dementielle Krankheitsbilder erkennbar, wobei ungeklärt ist ob die Erkrankung das direkt bewirkt oder sekundäre Effekte (z.B. Streß) die „Hirnalterung“ beschleunigen.

Vegetativum: verstärkte Talgproduktion der Hautdrüsen („Salbengesicht“) und vermehrter Speichelfluß, nächtliches Schwitzen, Obstipation, Harnverhalt und häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen (Pollakisurie).

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